Nachrangige Verbindlichkeiten für Gegenseitigkeitsversicherungen

Nachrangige Verbindlichkeiten sind ein sinnvoller Ansatz für Versicherungsgesellschaften auf Gegenseitigeit, die eine umsichtige Kapitalverwaltung und -erhaltung sicherstellen wollen.

Die neue von der EU herausgegebene Richtlinie Solvency II fordert von Versicherern, zu einem risikoorientierteren Kapitalrahmen überzugehen. Nach dieser Richtlinie sind nachrangige Verbindlichkeiten nach Tier 1 und Tier 2 als Eigenmittel enthalten und unterliegen den Eigenkapitalvorschriften.

Insurance Balance Sheet (German)

 

Die Versicherungsaufsicht hat zugelassen, dass nachrangige Verbindlichkeiten den Eigenkapitalvorschriften unterliegen.

Für eine Gegenseitigkeitsversicherung haben nachrangige Verbindlichkeiten erhebliche Vorteile:

  • Im Gegensatz zu vorrangigen Verbindlichkeiten gelten für nachrangige Verbindlichkeiten die Vorgaben nach Solvency II, wobei bestimmte Bedingungen erfüllt sein müssen (z.B. Mindestfrist von 10 Jahren), und gelten als Eigenmittel der Gegenseitigkeitsversicherung (Tier-2-Kapital).
  • Keine Verwässerung der Kontrolle durch die Gesellschafter, da Inhaber von nachrangigen Verbindlichkeiten kein Stimmrecht haben.
  • Es handelt sich um eine strukturelle und langfristige Lösung für die Kapitalanforderungen der Gegenseitigkeitsversicherung.
  • Da eine nachrangige Schuld die Eigenmittel der Gegenseitigkeitsversicherung sowie den gesamten Solvenzdeckungsfaktor erhöht, kann die Gegenseitigkeitsversicherung mehr von dem Überschuss auf die vorhandenen Gesellschafter verteilen.
  • Es ist kein Rating durch eine größere Ratingagentur erforderlich, um nachrangige Verbindlichkeiten über eine Privatplatzierung aufzulegen.
  • Nachrangige Verbindlichkeiten können aufgelegt werden, um vorhandene Verbindlichkeiten zu ersetzen, die möglicherweise nicht den Kriterien von Solvency II entsprechen.
  • Nachrangige Verbindlichkeiten können zudem für ein weiteres Geschäftswachstum – organisch oder durch Erwerb – verwendet werden und tragen dazu bei, ein günstigeres Rating von Ratingagenturen zu erhalten.
  • Die einzige Auswirkung auf die G&V sind die steuerlich abzugsfähigen Zinskosten, deren Höhe im Voraus für die volle Darlehensfrist bekannt ist.
Nachrangige Verbindlichkeiten erfüllen die Eigenschaften von Tier-2-Kapital nach EIOPA-Vorgaben.

Nachrangige Verbindlichkeiten sind nicht so teuer wie Eigenkapital, haben jedoch ähnliche Merkmale wie Barmittel, werden direkt zur Versicherungsgesellschaft übertragen und befinden sich auf der Bilanz.  Es handelt sich um einen schnellen und einfachen Vorgang mit einem einfachen Schuldscheindarlehen. Rückzahlbar nach einem Mindestzeitraum von fünf Jahren im Ermessen des Emittenten und ohne Beschränkungen für die Verwendung kann es als Kapital, das den Eigenkapitalvorschriften unterliegt, aber auch zum Kapitalwachstum verwendet werden.

  1. Für Versicherungsgesellschaften mit Gegenseitigkeit besteht die Kapitalherausforderung nach Solvency II darin, die optimale Kapitalmischung für das Risikoprofil zu verwenden und dabei die Solvenzposition gegenüber den Behörden zu verbessern.
  1. Versicherungen mit Gegenseitigkeit, die unter Druck kommen, weil sie Preiserhöhungen moderat halten wollen, können auf Gewinnrücklagen verzichten, indem sie alternativ nachrangige Verbindlichkeiten übernehmen.
  1. Nachrangige Verbindlichkeiten können den Status der Versicherung mit Gegenseitigkeit stützen, indem die Kapitalbasis bei finanzieller Belastung gestützt wird.
  1. Nachrangige Verbindlichkeiten können Gesellschafter gegen Preiserhöhungen und/oder einem Aufruf von Kapital zur Einzahlung schützen, was wiederum zur Stabilisierung der Dividenden beiträgt.

Die Umsetzung von Solvency II bringt Organisationen mit Gegenseitig dazu, sich sowohl auf ihr Kapital als auch auf ihre Risikomanagementstrukturen zu verlassen, wenn sie auf die Anforderungen reagieren. Um die Kapitalvorgaben der neuen Vorschriften zu erfüllen, kann eine Mischung aus Quotenrückversicherung und nachrangigen Verbindlichkeitsoptionen genutzt werden, um die Kapitalstruktur in einer kosteneffektiven und zusammenhängenden Weise zu optimieren.

Auflegen von untergeordneten Verbindlichkeiten

Untergeordnete Schulden können als einer der drei Kapital-Tier nach Solvency II abhängig von den Berechtigungskriterien aufgelegt werden. Dies ist möglich bis zu einem Maximalwert von 50% des Solvenzdeckungsfaktors, abhängig von der Höhe der anderen Tier des Kapitals.  Die am häufigsten aufgelegte nachrangige Verbindlichkeit ist die nachrangige Verbindlichkeit nach Tier 2, die erst nach 5 Jahren abrufbar ist.

Zugang zum nachrangigen Verbindlichkeitsmarkt
  • Arbeit mit dem Kunden, um deren Geschäftstätigkeiten und Wachstumstreiber zu verstehen
  • Durchführung einer detaillierten Kreditanalyse
  • Analyse des Vergabeprozesses und des vorhandenen Rückversicherungsschutzes
  • Vorschlag finanzieller und rechtlicher Bedingungen Entwurf der rechtlichen Dokumentation
  • Einrichtung eines Programms für nachrangige Verbindlichkeiten und Organisieren der Finanzierung
  • Bereitstellen kontinuierlicher Berichterstattung
  • Regelmäßige Interaktion und Gespräche mit dem Kunden zur Überwachung des Programms
Das Kontinuum von Kapital

Continuum pie chart (German)

Tier 1

  • Tier 1 muss mindestens 50% des Solvenzdeckungsfaktors ausgleichen
  • Die Verbindlichkeit kann max. 20% von Tier 1 ausmachen
  • Verb. nach Tier 1 werden für mind. 30 Jahre aufgelegt, erst abrufbar nach 5 Jahren

Tier 2

  • Kann sich aus Eigenkapital und/oder nachrangige Verbindlichkeiten zusammensetzen
  • Der Betrag bei Tier 2 muss höher sein als der Betrag bei Tier 3
  • Verb. nach Tier 2 werden für mind. 10 Jahre aufgelegt, erst abrufbar nach 5 Jahren

Tier 3

  • Kann sich aus Eigenkapital und/oder nachrangige Verbindlichkeiten zusammensetzen
  • Tier 3 darf nicht höher sein als 15% des Solvenzdeckungsfaktors
  • Verb. nach Tier 3 werden für mind. 3 Jahre aufgelegt

QSR

Proportionales Aufteilen von Prämien, Verlusten und Kosten

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